Camille RochatVIEW PROFILE →
Rauchen ist out, Dampfen ist in: Warum die E-Zigarette zur groessten Nikotinfalle der Schweizer Jugend wird
Eine neue Studie zeigt, dass mehr als die Haelfte der jungen Schweizerinnen und Schweizer schon zur E-Zigarette gegriffen hat, waehrend das Tabakgesetz nachgeschaerft werden soll.
Das klassische Rauchen verliert bei jungen Menschen in der Schweiz an Bedeutung, doch an seine Stelle tritt eine neue Gewohnheit, die Fachleute mit wachsender Sorge beobachten, naemlich das Dampfen von E-Zigaretten, das sich unter Jugendlichen rasant ausbreitet.
Eine neue Erhebung aus der Westschweiz zeichnet ein deutliches Bild, denn mehr als die Haelfte der Vierzehn- bis Fuenfundzwanzigjaehrigen hat bereits eine E-Zigarette ausprobiert, und etwa jeder Achte dampft inzwischen regelmaessig.
Wie die Jugend zum Dampfen kommt

Besonders aufschlussreich ist, wie der Einstieg heute verlaeuft, denn laut der Erhebung zu Gesundheit und Lebensstil steigen Jugendliche ueberwiegend ueber die E-Zigarette in den Nikotinkonsum ein und nicht mehr ueber die herkoemmliche Zigarette.
Gleichzeitig nimmt der kombinierte Konsum mehrerer Produkte zu, sodass viele junge Menschen nicht bei einem einzigen Produkt bleiben, sondern zwischen E-Zigaretten, Nikotinbeuteln und anderen Angeboten wechseln und so ihre Abhaengigkeit verstaerken.
Wie riskant dieser Einstieg ist, zeigt eine weitere Untersuchung, wonach der Griff zur E-Zigarette das Risiko, spaeter zur klassischen Zigarette zu greifen, bei Jugendlichen um ein Vielfaches erhoeht und die Grenze zwischen Ausprobieren und Sucht verwischt.
Was das Gesetz heute regelt
Auf der rechtlichen Seite gilt seit dem 1. Oktober 2024 das Tabakproduktegesetz, das erstmals alle Tabak- und Nikotinprodukte in einem einzigen Gesetz zusammenfasst, darunter auch E-Zigaretten, Nikotinbeutel und tabakfreier nikotinhaltiger Snus.
Dieses Gesetz fuehrt landesweit ein einheitliches Verkaufsalter von achtzehn Jahren ein, womit zumindest formal eine klare Grenze gezogen wird, ab der junge Menschen solche Produkte ueberhaupt legal erwerben duerfen.
Doch das Regelwerk gilt vielen als erst der Anfang, denn es muss weiter angepasst werden, und diese Aenderungen sollen spaetestens im Jahr 2026 in Kraft treten, insbesondere zur Umsetzung der Volksinitiative zum Schutz vor Tabakwerbung.
Strengere Regeln in Vorbereitung
Der Vorentwurf fuer die kuenftigen Regeln geht deutlich weiter und verbietet namentlich den Verkauf, die Abgabe und die Herstellung von Einweg- oder Wegwerf-Vapes, jenen bunten Geraeten, die bei Jugendlichen besonders beliebt sind.
Zusaetzlich sollen Testkaeufe eingefuehrt werden, um zu ueberpruefen, ob das Verkaufsalter in der Praxis tatsaechlich eingehalten wird, und es sind strengere Beschraenkungen bei Werbung, Verkaufsfoerderung und Sponsoring geplant.
Trotzdem bleibt die Debatte offen, denn Fachleute und Praeventionsorganisationen fragen kritisch, ob Minderjaehrige mit dem neuen Gesetz wirklich ausreichend geschuetzt werden oder ob die Massnahmen am Ende zu zaghaft ausfallen.
Warum es zaehlt
Der Kern des Problems liegt darin, dass Nikotin gerade im jungen, sich noch entwickelnden Gehirn besonders schnell abhaengig macht, weshalb ein scheinbar harmloses Ausprobieren in diesem Alter weit schwerer wiegt als bei Erwachsenen.
Fuer Eltern, Schulen und die Gesellschaft insgesamt bedeutet das, dass Aufklaerung, klare Regeln und ein wachsames Umfeld ebenso wichtig sind wie das Gesetz selbst, wenn verhindert werden soll, dass eine ganze Generation ueber die E-Zigarette in die Nikotinsucht rutscht.






