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Die unterschätzte Gefahr im Gras: Warum Zecken 2026 fast die ganze Schweiz bedrohen

health2026-08-27 · 3 min read · 0 reads

Ein winziger Stich mit grossen Folgen: Bereits 110 FSME-Fälle wurden 2026 in der Schweiz erfasst, die Tendenz steigt. Mit Ausnahme des Tessins gilt fast das ganze Land als Risikogebiet. Ein Überblick über FSME, Borreliose, die richtige Impfung und den wirksamen Schutz vor dem kleinen Blutsauger.

Ein Spaziergang durch den Wald, ein Picknick auf der Wiese oder eine Wanderung in den Bergen gehören für viele Menschen in der Schweiz zu den schönsten Freizeitbeschäftigungen. Doch im hohen Gras und im Unterholz lauert eine oft unterschätzte Gefahr, die mit einem winzigen Stich grosse gesundheitliche Folgen haben kann. Die Rede ist von der Zecke, einem kleinen Spinnentier, das gefährliche Krankheiten übertragen kann.

Steigende Fallzahlen im Jahr 2026

Die aktuellen Zahlen aus diesem Jahr geben durchaus Anlass zur Sorge und zeigen, wie präsent das Thema geworden ist. Bereits seit Januar 2026 wurden in der Schweiz einhundertzehn Fälle der von Zecken übertragenen Hirnhautentzündung FSME erfasst. Diese Momentaufnahme deutet auf eine steigende Tendenz hin und unterstreicht, dass die Gefahr durch Zecken keineswegs zu vernachlässigen ist.

Betrachtet man die langfristige Entwicklung, so bestätigt sich dieser besorgniserregende Trend über die Jahre hinweg deutlich. Das Bundesamt für Gesundheit, kurz BAG, registriert jährlich rund dreihundert Fälle von FSME in der Schweiz, wobei auch hier eine steigende Tendenz zu beobachten ist. Die Zecke entwickelt sich somit zu einem immer relevanteren Faktor für die öffentliche Gesundheit im Land.

Die unterschätzte Gefahr im Gras: Warum Zecken 2026 fast die ganze Schweiz bedrohen

Fast die ganze Schweiz ist Risikogebiet

Besonders alarmierend ist die geografische Ausbreitung der Risikogebiete, die mittlerweile nahezu das gesamte Land umfasst. Praktisch die ganze Schweiz ist heute als FSME-Risikogebiet klassifiziert, mit der einzigen bemerkenswerten Ausnahme des Kantons Tessin. Wer sich also im Freien aufhält, sollte sich fast überall im Land der potenziellen Gefahr durch die kleinen Blutsauger bewusst sein.

Diese flächendeckende Ausbreitung ist das Ergebnis einer schrittweisen Entwicklung, die zuletzt einen wichtigen Meilenstein erreicht hat. Der Kanton Genf wurde im Jahr 2024 als letzter Kanton der offiziellen Risikoliste des BAG hinzugefügt. Damit ist die Schweiz nun praktisch vollständig betroffen und befindet sich in einer ähnlichen Situation wie das benachbarte Österreich, das ebenfalls als Hochrisikogebiet gilt.

Zwei Krankheiten, ein Stich

Es ist entscheidend zu verstehen, dass Zecken zwei ganz unterschiedliche und ernstzunehmende Krankheiten übertragen können. Die beiden wichtigsten sind zum einen die Borreliose, auch als Lyme-Krankheit bekannt, die durch das Bakterium Borrelia burgdorferi ausgelöst wird. Zum anderen gibt es die FSME, die Frühsommer-Meningoenzephalitis, bei der es sich um eine gefährliche virale Infektion des Nervensystems handelt.

Ein weit verbreiteter und potenziell gefährlicher Irrtum betrifft den Schutz durch die Impfung, den es unbedingt auszuräumen gilt. Denn die verfügbare FSME-Impfung schützt ausschliesslich vor dem Virus und bietet keinerlei Schutz vor der bakteriellen Borreliose. Gegen die Borreliose gibt es bislang keine Impfung, allerdings lässt sie sich bei frühzeitiger Erkennung wirksam mit Antibiotika behandeln.

Wer sich impfen lassen sollte

Angesichts der weiten Verbreitung der Risikogebiete kommt der Impfung gegen die FSME eine besondere Bedeutung zu. Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt die FSME-Impfung grundsätzlich ab einem Alter von drei Jahren für alle Personen, die in einem Risikogebiet leben oder sich dort regelmässig im Freien aufhalten. Damit richtet sich die Empfehlung an einen sehr grossen Teil der Schweizer Bevölkerung.

Für einen zuverlässigen Schutz ist ein bestimmtes Impfschema erforderlich, das man kennen sollte. Für die Grundimmunisierung sind insgesamt drei Dosen notwendig, wobei die ersten beiden im Abstand von einigen Wochen und die dritte erst mehrere Monate später verabreicht werden. Um den Schutz aufrechtzuerhalten, wird zudem alle zehn Jahre eine Auffrischungsimpfung empfohlen, solange ein Risiko besteht.

Der beste Schutz im Alltag

Neben der Impfung gibt es eine Reihe einfacher, aber wirksamer Verhaltensregeln, die das Risiko eines Stichs erheblich senken können. Dazu gehören das Tragen von geschlossener Kleidung bei Aufenthalten im Freien, die Verwendung eines geeigneten Zeckenschutzmittels und vor allem das gründliche Absuchen des gesamten Körpers nach jeder Aktivität in der Natur, um Zecken schnell zu entfernen.

Ein wichtiger Unterschied zwischen den beiden Krankheiten betrifft dabei die Geschwindigkeit der Übertragung und ist entscheidend für den Schutz. Während bei der Borreliose die Übertragung erst nach etwa zwölf bis vierundzwanzig Stunden erfolgt, gelangt das FSME-Virus bereits unmittelbar nach dem Stich in den Körper. Ein schnelles Entfernen der Zecke hilft daher zwar gegen Borreliose, nicht aber gegen die FSME.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Zecke eine reale und wachsende Gefahr für die Gesundheit in der Schweiz darstellt, die man nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte. Mit dem richtigen Wissen, der empfohlenen Impfung gegen FSME und einfachen Schutzmassnahmen im Alltag lässt sich das Risiko jedoch erheblich reduzieren, sodass dem unbeschwerten Genuss der Schweizer Natur nichts im Wege steht.

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